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Funkprotokolle für das DJing

Wir hatten im letzten Beitrag die Verwendung von Spotify zusammen mit über Bluetooth gekoppelten Lautsprechern diskutiert. Dabei ging es zunächst um den Content und die Probleme mit dem Anbieter und der Softwareumgebung. Heute möchte ich gerne die Problematik von funkgestützten Systemen andiskutieren.

Spotify ist ein Online Service, d.h. für den normalen Betrieb benötigt man ein funktionierendes Internet, welches mehrere Stufen auf dem Übertragungsweg überspannen muss. Zunächst müssen die Musikdaten beim Anbieter aufbereitet und ins Netzwerk eingespeist werden, dann erfolgt die Übertragung in Richtung Endnutzer, drittens eine drahtlose Funkverbindung vom Funkmast zum Endgerät des Nutzers und schließlich die Aufbereitung des Streams in der Applikation des Nutzers mit Wiedergabe entweder über die Kopfhörerbuchse, oder über eine funkgestützte Schnittstelle zu Kopfhörern oder Lautsprechern, dies zumeist im Format Bluetooth. Der Vorgang selbst erfolgt als kontinuierlicher Datenstrom über eine gewisse Zeit (hier können Daten ggf. gepuffert werden).

Probleme auf diesem Verbindungsweg können die Übertragung stören, was ggf. zu Ausfällen der Wiedergabe führen kann, eine Erfahrung, die man als DJ nicht auf einer Lifeperformance machen möchte.

Probleme hier gibt es gelegentlich beim Server des Anbieters oder bei der Software des Nutzers, Fehlermeldungen wie „Spotify kann dies zurzeit nicht abspielen“ sind ärgerlich und können eine Vielzahl von Ursachen haben. Netzprobleme können beim Internetprovider auftreten oder gelegentlich bei der Funkstrecke zur nächsten Zelle, wenn eine Mobilfunkverbindung verwendet wird. Insbesondere in größeren Räumen, wenn viele Endgeräte Pakete zum nächsten Funkturm schicken, können Störgeräusche auftreten. Auch die Verwendung eines W-Lans ist möglich, jedoch oft beim Gig nicht verfügbar, falls sie existiert, sollte sie auch hinreichend stabil sein.

 Diese Probleme können vermieden werden, indem Musikdateien in der Applikation lokal downgeloadet werden. Diese Lösung ist jedoch beschränkt auf die Originalapplikation von Spotify, bei allen Direktverbindungen zu professioneller DJ-Software ist dies nicht möglich.

Fazit: Ein Onlinebetrieb auf einem DJ-Auftritt, bei welchem perfekte und ungestörte Musikwiedergabe essentiell ist, ist im professionellen Rahmen ein unvertretbares Risiko.

Jeder DJ kennt die Mühen in unserem Geschäft, insbesondere, wenn am Veranstaltungsort keine fest eingebaute Beschallungsanlage existiert. Boxen schleppen und aufbauen, Mischpult aufbauen, Anlage mit Strom versorgen, Lautsprecher verkabeln, die ganze Verkabelung auf Sicherheit überprüfen und schließlich die Anlage auf Klangqualität und Lautstärkeniveau einstellen. Hierbei ist die Verkabelung der Boxen eine Frustquelle, müssen doch die Kabel sorgsam verlegt und auch transportiert werden (mehrere 30m Kabel und kürzere Kabel für Subwoofer und zum Verbinden der Komponenten sind schwer und füllen oft eine ganze Transportkiste.

Im digitalen Zeitalter verspricht uns die Industrie auch kabellose Formate. Gewohnt sind wir insbes. an Bluetooth für Lautsprecher und Kopfhörer. Seit einigen Jahren sind auch aktive Lautsprecher mit Bluetooth erhältlich, die auch zur Beschallung von kleineren Events verwendet werden. Ich spreche jetzt nicht von kleinen Speakern, die ggf. für die Beschallung eines kleinen Wohnraums ausgelegt sind, sondern von aktiven Boxen im Format von 12-16 Zoll, die in Sachen Lautstärke durchaus ausreichend sind.

Bluetooth ist ein Funkverfahren für kurze Reichweiten, welches in den 90er Jahren entwickelt wurde [1]. Es überträgt Daten im 2.4 GHz Bereich und erlaubt normalerweise eine Reichweite von ca. 10m (die modernsten Varianten sollen bis zu 40m erreichen). Damit wäre ein Einsatz auf einem kleineren Event zunächst kein Problem. Hier stört aber die Tatsache, dass Musik für die Übertragung zunächst mit einem Codec komprimiert wird, was eine Reduktion der Qualität beinhaltet, hierbei jedoch eine deutliche Verzögerung des Signals (Latenz) von 100-350 ms produziert. Die Verwendung von mehreren Lautsprechern wird damit kompliziert. Zudem können Interferenzen im 2.4 GHz Band durch Mobiltelefone oder W-Lan auftreten.  

Fachleute für DJ-Setups [2] sind daher der Meinung, dass die Verwendung von Bluetooth Lautsprechern im professionellen Einsatz ein „nogo“ darstellt und selbst für die Kopfhörer am Mischpult ebenfalls kein Bluetooth zu empfehlen ist.

Ich gebe zu, dass im Bereich des Tango-DJing für kleinere Veranstaltungen die Probleme nicht so groß sind, da wir zumeist nicht mixen, sondern linear abspielen mit einer Pause zwischen einzelnen Musikstücken. Nichtsdestotrotz werden die Probleme evident, sobald mit mehreren Lautsprechern (z.B. 4 Lautsprecher für die Tanzfläche, Monitor-Lautsprecher für den DJ und 1-2 Subwoofer) gearbeitet wird.

Also weiter Kabel verlegen (Grüße an Laokoon….).

Literatur

1            https://de.wikipedia.org/wiki/Bluetooth

2            https://www.youtube.com/watch?v=1oVB_mdbCyw&t=15s

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